Was KI ist und was sie nicht ist
Im Deutschen steht KI für Künstliche Intelligenz und im Englischen steht AI für Artificial Intelligence.
Eine KI ist eine Software, die mit sehr großen Datenmengen trainiert wird. Man kann sie sich wie ein extrem großes Sprach-Navi für Wörter vorstellen.
Bevor eine KI wie ChatGPT genutzt werden kann, hat sie Milliarden von Texten analysiert – darunter Bücher, Webseiten, Zeitungsartikel, Gespräche, Anleitungen und vieles mehr. Aus dieser riesigen Sprachsammlung erkennt die KI Muster.
Sie lernt zum Beispiel:
- welche Wörter häufig zusammen vorkommen,
- wie Menschen Fragen stellen,
- wie gute Antworten aufgebaut sind,
- und wie Sprache allgemein funktioniert.
Auf Basis dieser Muster erstellt die KI Antworten nach dem Prinzip der Wahrscheinlichkeit.
Dieses Prinzip der Wahrscheinlichkeit ist ein entscheidender Punkt, den man verstehen muss. Die KI „weiß“ Dinge nicht wie ein Mensch. Stattdessen berechnet sie anhand der gelernten Sprachmuster, welche Antwort statistisch am wahrscheinlichsten zur gestellten Frage passt.
Wie funktioniert eine KI?
Sie müssen es sich so vorstellen: Sie haben ein riesiges Rechenzentrum mit einer enormen Speicherkapazität. Sie speichern auf diesem Rechner alle möglichen Informationen und Texte aus Büchern, Zeitschriften, Vorträgen, Videos, Podcasts, Internetseiten, Bildern oder vielleicht auch Statistiken. Sie geben Ihrem KI-Software Zugriff auf diese große Datenmenge und trainieren die Software, Muster in den Texten zu erkennen. Kleine Programme, die sogenannten Algorithmen, analysieren die Daten und suchen darin dann nach Mustern. Diese Muster werden gespeichert. Danach erhalten die KI-Systeme neue Daten, mit denen sie noch nicht trainiert wurden und müssen anschließend erkennen, worum es geht. Wenn sie falsch liegen, werden sie durch menschliche Hilfe korrigiert und so lange trainiert, bis sie intelligent genug sind anhand ihrer gespeicherten Muster Neues zu erkennen und Antworten zu geben.

Wenn Sie einer KI eine Frage stellen, zerlegt sie diese zunächst in kleine Bestandteile. Anschließend analysiert sie:
- was genau geschrieben wurde,
- welche Bedeutung dahinterstecken könnte,
- und welche Antwort statistisch am besten passt.
Deshalb sind die Antworten einer KI immer nur so gut wie die Daten, mit denen sie trainiert wurde.
Wichtig zu verstehen ist: Eine KI versteht Sprache nicht wie ein Mensch. Sie hat kein Wissen, kein Bewusstsein, keine Gefühle, keine eigenen Meinungen und kein echtes Verständnis der Welt. Stattdessen erkennt und imitiert sie Sprachmuster.
Beim Erstellen einer Antwort berechnet die KI millionen- oder sogar milliardenfach pro Sekunde, welches Wort wahrscheinlich als Nächstes folgen sollte.
Ein einfaches Beispiel:
Wenn ein Satz so beginnt: “Die Sonne geht im Osten…”, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass das nächste Wort „auf“ lautet. Die KI ergänzt den Satz deshalb mit „auf“, weil sie dieses Sprachmuster unzählige Male gelernt hat.
Trotzdem wirken die Antworten oft erstaunlich intelligent. Der Grund dafür ist, dass menschliche Sprache voller wiederkehrender Muster ist.
Ähnlich wie Menschen, die häufig beobachten, wie Lehrer erklären oder Juristen argumentieren, kann auch die KI solche Strukturen nachahmen. Sie kopiert jedoch nicht einzelne Texte, sondern erkennt allgemeine Muster in Sprache und Kommunikation.
Man könnte es mit einem Musiker vergleichen, der tausende Songs analysiert hat und dadurch neue Musik komponieren kann.

Bild generiert von ChatGPT
Ein Beispiel: Der Koch vs. die KI “kocht”
Ein guter Vergleich ist der Unterschied zwischen einem echten Koch und einer KI.
Ein erfahrener Koch kann neue Rezepte entwickeln, weil er Wissen, Erfahrung und echte Sinneseindrücke besitzt. Er weiß aus Erfahrung:
- welche Gewürze gut zusammenpassen,
- wie bestimmte Zutaten schmecken,
- wie sich Temperaturen oder Garzeiten auswirken,
- und wie ein Gericht am Ende wirken soll.
Wenn der Koch ein neues Rezept entwickelt, arbeitet er nicht nur theoretisch. Er probiert Zutaten aus, schmeckt nach, verändert Mengen, testet verschiedene Zubereitungsarten und sammelt dadurch praktische Erfahrungen. Er kann erkennen, ob etwas zu salzig ist, ob eine Konsistenz nicht passt, oder ob ein Gericht trotz „gutem Rezept“ am Ende nicht schmeckt.
Eine KI arbeitet dagegen völlig anders.
Die KI hat niemals selbst gekocht, geschmeckt oder ausprobiert. Sie analysiert lediglich sehr viele vorhandene Rezepte und erkennt darin Muster. Sie berechnet anschließend anhand von Wahrscheinlichkeiten, welche Zutaten oder Zubereitungsschritte vermutlich gut zusammenpassen könnten.
Wenn in tausenden Rezepten häufig steht:
- Tomaten + Basilikum,
- Knoblauch + Olivenöl,
- oder Rosmarin + Fleisch,
dann erkennt die KI diese Kombinationen als wahrscheinliche Muster und erstellt daraus neue Vorschläge.
Der entscheidende Unterschied ist jedoch: Der Koch besitzt echtes Erfahrungswissen. Die KI besitzt nur statistische Muster.
Der Mensch kann testen, riechen, schmecken, Fehler erkennen, kreativ improvisieren, und Erfahrungen aus der realen Welt nutzen.
Die KI dagegen kann nicht beurteilen, ob ein Rezept tatsächlich gut schmeckt. Sie kann nur berechnen, was aufgrund vorhandener Daten wahrscheinlich sinnvoll klingt.
Deshalb können KI-Ergebnisse oft beeindruckend wirken — sie ersetzen aber nicht automatisch menschliche Erfahrung, Verständnis und praktische Kontrolle.
Worauf sollten Sie bei der Nutzung von KI achten?
Viele KI-Systeme verwenden nicht nur die Daten, mit denen sie ursprünglich trainiert wurden, sondern können auch Informationen aus Eingaben der Nutzer zur weiteren Verbesserung und zum Training der Systeme verwenden. Deshalb sollten Sie bei der Nutzung von KI niemals vertrauliche, persönliche oder sensible Unternehmensdaten eingeben und – wenn möglich – die Funktion zur Verwendung Ihrer Daten für Trainingszwecke in den Einstellungen deaktivieren.
Beachten Sie diese Punkte bei der Nutzung von KI:
Die KI speichert jede Eingabe, die ihr gegeben wird!
Haben Sie ein privates Konto? Deaktivieren Sie die Einstellung, dass Ihre Daten für Trainingszwecke verwendet werden.
Haben Sie ein Unternehmens-Konto? Schließen Sie einen AV-Vertrag ab und verbieten Sie, dass Ihre eingegebenen Daten für Trainingszwecke verwendet werden.
Geben Sie unter gar keinen Umständen persönliche, kundenspezifische oder unternehmensrelevante Daten in die KI ein.
Benutzen Sie KI im Unternehmen? Legen Sie klare KI-Richtlinien fest, wie KI in Ihrem Unternehmen verwendet werden soll.
Die KI ist kein Mensch, sondern lediglich eine Maschine. Ihre Antworten sind nur so gut, wie die Daten mit der sie trainiert wurde.
Prüfen Sie jede Antwort und Ausgabe von der KI kritisch, sie kann nämlich zu Halluzinationen oder Bias führen.
Kennzeichnen Sie DeepFakes, KI-generierte Inhalte oder KI-Interaktionen, wenn Kunden mit KI in Berührung kommen.
KI-Schulung für Mitarbeiter
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